Allgeime Gruppenregeln, Stand August 2019

Es gibt keine festen Regeln oder gar Vorschriften für die Arbeit von Selbsthilfegruppen. Jede Gruppe entwickelt im Laufe der Zeit ihren eigenen Stil. Für Gruppen, bei denen das gemeinsame Gespräch im Mittelpunkt steht, gibt es jedoch einige Empfehlungen für den Umgang miteinander:

  • Wir erwarten einen respektvollen und wertschätzenden Umgang miteinander und achten auf einen angemessenen Tonfall.
  • Jede*r bringt sich frei mit seinen Problemen, Gefühlen und Ideen ein.
  • Jede*r soll in der Gruppe zu Wort kommen. Sinnvoll kann es sein, zu Beginn und am Ende der Gruppensitzung eine Blitzlicht-Runde durchzuführen. Jede*r ergreift dann reihum das Wort und spricht über die augenblicklichen Gefühle und Erwartungen.
  • Es kann immer nur eine*r sprechen. Dabei sollte jede*r den Mut zur „Ich-Form“ aufbringen. Die „Man“- oder „Wir-Form“ sollte vermieden werden. Jede*r sollte sich direkt an die anderen in der Gruppe wenden, mit ihnen und nicht über sie sprechen.
  • Es sollte nicht über Außenstehende (zum Beispiel Partner*in), sondern von sich, von den eigenen Gefühlen, Gedanken und Verhaltensweisen geredet werden.
  • Nebengespräche sind sehr störend und sollten deshalb bitte unterlassen werden.
  • Gefühle, auch „negative“ Empfindungen, die im Alltag häufig unterdrückt werden: Angst, Schwäche, Abneigung, Sorgen, Ärger, Kränkung, Scham und so weiter sollten in der Gruppe mit der größtmöglichen Offenheit geäußert werden.
  • Störungen haben Vorrang. Wer nicht mehr zuhören kann, beunruhigt, traurig oder wütend ist, sollte das möglichst bald aussprechen. Die Gruppe sollte den Verlauf unterbrechen, um sich diesen Gefühlen zuzuwenden.
  • Eigenständigkeit muss respektiert werden. Nur über Meinungen kann man diskutieren. Beim Erfahrungsaustausch gibt es kein „richtig“ oder „falsch“. Jede*r muss lernen, Erfahrungen und Gefühle als solche stehen zu lassen und nicht zu bewerten oder zu kritisieren.
  • Niemand sollte beschwichtigend oder besserwissend Ratschläge erteilen, wo jede*r nur für sich selbst entscheiden und das eigene Tun verantworten kann.
  • Keine*r sollte sich und andere bei der Lösung von Schwierigkeiten unter zeitlichen Druck setzen. Probleme sollten offen gelassen werden, denn so wie sie nicht von heute auf morgen entstehen, so können sie auch nicht in kurzer Zeit gelöst werden.
  • Dem Gruppengespräch muss kein festes Thema zugrunde liegen, es ist ja in aller Regel keine Diskussion. Der Gesprächsverlauf ist offen. Diskussionen über bestimmte Themen sollten extra vereinbart werden.
  • Über die Gespräche in der Selbsthilfegruppe wird gegenüber Außenstehenden Stillschweigen bewahrt.

 

Whatsapp-Gruppenregeln:

  1. Es gelten natürlich die gleichen Regeln wie in der Gruppe
  2. Die Gruppe ist ausschließlich für den Austausch von Informationen, Fragen zu spezifischen Themen OP, Medikamente, Problemen, Ernährung; Verabredungen zum Sport u.a.
  3. Es werden keine Inhalte aus der Gruppe weitergeleitet!
  4. Es werden keine Sprachnachrichten, keine „lustigen“ Bilder und Videos, oder sonstige Befindlichkeitsmeldungen verschickt.
  5. Wer sich nicht an die Regeln hält, bekommt eine Verwarnung vom Gruppen Admin, bei Wiederholung erfolgt der Ausschluss aus der Gruppe.